Concert Spirituel: Konzert mit Jonas Iten
Fr 29.10.2010 | 20.00 Grosser Saal
Sechs Sonaten für Cello und Basso Continuo von Jean Baptiste Barrière
Presse: «Barrière, Concert Spirituel»
Raritäten werden hier dargeboten, Stücke von erlesener Qualität, mit stilsicherer Strenge und prägnanter Klarheit vorgetragen: das macht diese CD zu einer besonderen Kostbarkeit. Obwohl früh verstorben – mit nur vierzig Jahren -, galt Jean-Baptiste Barrière (1707 bis 1747) als einer der hervorragenden Cellisten seiner Zeit, so dass er schon 1730 in die Académie Royale in Paris aufgenommen wurde; er begann sogleich eine äusserst fruchtbare Aktivität, deren Höhepunkt die Publikation von vier Büchern mit je sechs „Sonate per violoncello“ - generell in drei oder vier Sätzen – bildete; es handelt sich dabei durchgehend um Schöpfungen von frischer, ja spritziger Inspiration in den schnellen – nicht selten recht virtuös und eigenwillig niedergeschriebenen – Sätzen, gedankenschwer und verinnerlicht in den langsamen (berührend zum Beispiel das zauberhafte Largo der „Sonata“ in Fis-moll oder das verhaltene Adagio der „Sonata“ in A-Dur).
Der Schweizer Cellist Jonas Iten bietet nun mit Leichtigkeit einige aus den Büchern Nr. 2, 3 und 4 klug ausgewählte, befriedigende Beispiele jener Werke; unterstützt wird er für die – recht abwechslungsreiche – Ausführung des Basso Continuo (Cembalo, Theorbe, Gitarre, Cello, Viola da Gamba in wechselnder Zusammenstellung) von weiteren vier Instrumentalisten. So entsteht eine immer gefällige, abwechslungsreiche Klangreise. Jonas Itens Interpretation ist absolut überzeugend in der streckenweise emotionalen Dichte, stets mit eindringlichem Ergründen.innerer Welten. Das ganze ist getragen von einem Reichtum an Klangfarben und dynamischen Feinheiten, und auf diese Weise erhalten einige breite Adagi den Wert echter Soliloquien, die hineineinführen in ein unerhört tiefes spirituelles Spektrum, das die ausserordentliche Qualität des melodischen Einfallsreichtums erlebbar macht (man höre nur den rührenden zentralen Satz der Sonate in C-Dur aus dem 3. Buch). Ausserdem wird die Aufnahmetechnik dem Werk hervorragend gerecht; sie zeichnet sich aus durch eine bemerkenswerte Natürlichkeit und Klangfrische.
MUSICA 15. Juni 2009
Claudio Bolzan (übersetzt)
Mitwirkende der Continuogruppe:
Naoki Kitaya – Cembalo, Hammerklavier und Orgel wird in der Presse für sein leidenschaftliches Spiel, seine technische Raffinesse, seine Tonvielfalt und für sein improvisatorisches Talent gelobt. Er spielt als Solist und arbeitet oft mit Künstlern wie Cecilia Bartoli, Giuliano Carmignola, Elizabeth Wallfish, Andrew Manze, James Galway, Reinhard Goebel, Heinz Holliger, Heinrich Schiff, Maurice Steger und Michala Petri zusammen. Sein Continuo ist in verschiedenen barocken Ensembles und Opern-Produktionen äusserst gefragt.
Der in Japan geborene Naoki Kitaya hat den grössten Teil seines Lebens in Europa verbracht. Er studierte bei Nikolaus Harnoncourt, Johann Sonnleitner und Andreas Staier. Naoki Kitaya lebt in Zürich, wo er für mehrere Jahre Professor für Basso Continuo an der Musikhochschule war, bevor er entschied, sich vollumfänglich seiner Konzerttätigkeit zu widmen.
Neben seiner Liebe zur barocken Musik schätzt Naoki Kitaya auch die Klassik, Jazz und Pop sowie die traditionelle asiatische und südamerikanische Musik. Naoki Kitaya komponiert für Ensembles und Orchester aller Gattungen.
Die Solo-CDs "Louis Couperin" und die Bachschen "Concerti" sowie seine CD-Aufnahmen mit Maurice Steger (An Italian Ground, An English Collection, La Castella, Portrait, Telemann Sonatas & Trios, Sammartini Sonatas) erhielten grosse Wertschätzung in der Presse und gewannen mehrere Preise.
Rainer Zipperling: 1955 geboren, studierte zunächst Musik und Musikwissenschaft in Heidelberg. Seine besondere Vorliebe für die Barockmusik veranlasste ihn, sein Studium in Holland zu absolvieren, dem Pionierland der sogenannten "authentischen Aufführungspraxis". Hier sammelte er u.a. Erfahrung im Continuo-Spiel und kam dadurch in den Genuss der Sachkenntnis vieler bedeutender Instrumentalisten wie S. und B. Kuijken, Frans Brüggen, und Gustav Leonhardt.
Nunmehr gehört er selbst zu den bekannten Cellisten und Gambisten auf dem Gebiet der alten Musik. Mit vielen bedeutenden Ensembles hat er zusammen musiziert und als Solist und Kammermusiker mehr als 250 CDs eingespielt. Er unterrichtet Barockcello und Viola da Gamba an den Hochschulen in Köln und Frankfurt und gibt regelmässig Meisterkurse in ganz Europa. Darüberhinaus hat er sich auch als Herausgeber unveröffentlichter Kompositionen für Violoncello und Viola da Gamba profiliert.
Emanuele Edoardo Forni (Gitarre, Laute) studierte Gitarre und Jazz bei Alberto Ferra am European Music Istitute (Konzertdiplom) sowie klassische Gitarre am Konservatorium Giuseppe Verdi in Mailand (Lehr- und Konzertdiplom) bei Lena Kokkaliari und Paolo Chierici. Zeitgenössische Musik (Konzertdiplom) studierte Emanuele Forni an der Hochschule der Künste Bern (HKB) in der Klasse von Elena Casoli und Alte Musik an der Schola Cantorum Basiliensis. Er hat sich intensiv mit Komposition, historischer wie zeitgenössischer Aufführungspraxis auseinandergesetzt und seine Studien durch Masterclasses und Vertiefungskurse bereichert. Dabei beeinflussten ihn insbesondere Jordi Savall, Fabio Vacchi, Dave Liebman, Paul O’Dette und Luciano Berio.
Die Aufführung zeitgenössischer Werke für und mit Gitarre/Laute führte Emanuele Forni zu einer regen Zusammenarbeit mit vielen Komponisten der aktuellen Musik-Szene. So arbeitet er u. a. mit Peter Eötvös, George Aperghis, Hugues Dufourt, Lucio Garau, Ulrich Krieger, Wolfgang Nening, Franco Oppo, Maurizio Pisati, Alessandro Solbiati, Giorgio Tedde.
Seine Konzerttätigkeit umfasst Konzerte u. a. mit dem Tonhalle Orchester, dem Venice Baroque Orchestra, dem Orchester La Scintilla, dem Zürcher Kammer Orchester, dem Kärntner Symphonie Orchester, dem Orchestra Cantelli di Milano.
Er tritt als Solist auf und konzertiert in Kammermusik und als Orchestermusiker, u. a. in der “Carnegie Hall“ New York, “Philharmonie“ und “Konzerthaus” Berlin, “Konzert Saal Philarmonie” Essen, “Schwetzinger Festspiele”, “Herculessaal” und “Kulturzentrum Gasteig” München, “Tivoli Concert Hall” Copenhagen, “Concert Hall Mito Art Tower” Japan, “KKL - Lucerne Festival”, “Opernhaus” und ”Tonhalle” Zürich, “Kursaal” San Sebastian, “Centro Cultural Miguel Delibes” Valladolid, “Musik-Akademie” Basel, ”Stadttheater” Klagenfurt, “Stagione Concertistica dello Spazio Antologico” und “Sala Verdi“ Milan, “Festival della Creatività“ Firenze, “Russian Theater” Vilnius und “Meran Festival“.
Er hat bei verschiedenen Labels (Stradivarius, Trilogy, Maine), Radios (SWR, DRS 2, RadioClassica, Φ1) und Fernsehenkanälen (Rai, ORF1, ORF2, 3sat, SF1) aufgenommen.







