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Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing

Presseinformation

Das Stück spielt in Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge am Vorabend eines wieder aufflammenden Krieges. Das Unglaubliche wird wahr: Aus erbitterten Feinden, Christen, Muslimen und Juden, werden Freunde, Wahlverwandte und Geschwister - eine Menschheitsfamilie. Unermüdlich betätigt sich Nathan als Therapeut, Lehrer, Coach, Detektiv, um das Schlimmste für alle zu verhindern und das Beste für jeden einzelnen möglich zu machen. In diesem Stück wird kein Dolch gezückt, kein Gift gemischt, kein Vertrag mit Blut unterschrieben, nicht einmal eine Ehe gestiftet. Stattdessen sind wir Zeugen von Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft, die in biografisch kritischen Situationen über sich hinauswachsen, eigene Grenzen überschreiten, Denk- und Verhaltensmuster auflösen, zu sich selbst finden. Hier liegt der Schlüssel von Lessings Vision einer gelingenden Zukunft: Toleranz und echte Menschlichkeit sind das Ergebnis von persönlicher Entwicklung und umfassender Menschenbildung. Was ist meine wahre Berufung? Wie werde ich, der ich sein möchte? Dies sind die ungeschriebenen Motti des Stückes. Das alles ist mit viel Humor und einer zeitlosen Leichtigkeit in Szene gesetzt. Ein Abend, der interessante Denkanstösse, emotionale Berührung und Unterhaltung im besten Sinne verspricht.

Nathan der Weise ist eines der meistgespielten Stücke im deutschsprachigen Theater. Fundamentalistische Glaubenskriege und gewalttätiger Nationalismus sind gegenwärtige Themen und fordern Toleranz und Achtung vor Menschen im eigenen wie in fremden Landen. Lessings Spätwerk war der Vorgriff eines Visionärs, dessen unbequeme Scharfzüngigkeit und unerbittlicher Wahrheitsdrang seine Zeitgenossen aufs äusserste provozierte.

In der Inszenierung von Torsten Blanke, im Bühnenbild von Ilja van der Linden und mit den Kostümen von Valeria Comandini spielen Thomas Ott (Nathan), Maaike Maas (Recha), Arno Schostok (Saladin), Cordula Siegel (Sittah), Andrea Pfaehler (Daja), Christian Richter (Tempelherr), Torsten Blanke (Patriarch), Thomas Autenrieth (Klosterbruder) und Florian Volkmann (Derwisch).

Aufführungsdaten