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Das Redentiner Osterspiel

Karfreitag,       
02. April 2010, 16:30 Uhr

Ostersonntag,
04. April 2010, 16:30 Uhr

Gespielt von Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Gäste des Goetheanum

Das ursprünglich mittelniederdeutsche "Redentiner Osterspiel" ist von zum Zisterzienserkloster Doberan gehörigen Mönchen niedergeschrieben und wurde in Wismar oder Lübeck aufgeführt. Sein Inhalt orientiert sich am apokryphen Nikodemus-Evangelium, das die Bewachung des Grabes und die Höllenfahrt Christi schildert. Warum wurde diese Erzählung nicht in den Kanon der anerkannten Evangelien aufgenommen? Einmal beschränken sich die anerkannten Evangelien auf das scheinbar physische Aussengeschehen, wozu die Höllenfahrt nicht zählen kann, zum anderen konnte die Darstellung der direkten Erlösung der Seelen durch Christus ohne Vermittlung der Kirche laut Meinung der Kirchenväter im Mittelalter dem einfachen Volk nicht gezeigt werden. Die ersten Osterspiele dieses Inhalts, bekannt seit dem 9. Jahrhundert, blieben also internen klösterlichen Osterfeiern vorbehalten und waren Teil der Liturgie. Erst zu Beginn der Neuzeit (in diesem Fall 1464) wurden diese Spiele der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.Luzifers Aussage im Spiel, "die Menschen sind zur Freude erkoren", rüttelt an den Grundfesten der erbschuldorientierten mittelalterlichen Kirche und kann noch heute für das "finstere Mittelalter" in den Tiefen unserer Seelen als Weckruf gelten.

*Übersetzung: Max Gümbel-Seiling

Die Bilder entstanden in der
Generalprobe 2009

Fotos: Marcel Sorge
www.sorge-studios.eu