Pressestimmen
PRESSE:
01.10.08 "Der Westen" WAZ - Witten
30.07.08 Wochenschrift "Das Goetheanum"
28.07.08 Basellandschaftliche Zeitung
Andreas Neider, Stuttgart:
Eine neue Dimension
Symphonie/ Eurythmie 2008
Mit der Premiere der Eurythmieaufführung Symphonie/ Eurythmie 2008 während der Pädagogischen Sommerakademie am 27. Juli in Stuttgart kamen die Teilnehmer der Sommerakademie und weitere Besucher im ausverkauften Saalbau der Uhlandshöhe zu einem grandiosen und einmaligen Erlebnis. Es war das dritte und vorerst letzte Projekt der Reihe „Symphonie/ Eurythmie“, das noch bis 13. Oktober in Deutschland auf Tournee sein wird.
Gezeigt wurde durch das Ensemble der Goetheanum-Bühne und des Eurythmeum Stuttgart im ersten Teil die Dritte Symphonie („Schottische“) von Felix Mendelssohn Bartholdy. Hier konnte man wie auf den Tourneen 2002 und 2004 bei Beethoven und Mozart tief eintauchen in die Musik der klassischen Symphonie, erfrischend und dramatisch zugleich. Das Orchester der Gnessin-Virtuosen unter Mikhail Khokhlov spielte hervorragend dazu auf. Gern schaute man hier auch in die Welt der klassischen Eurythmie.
Der zweite Teil mit dem Lamentate von Arvo Pärt, einer Komposition aus dem Jahre 2002, stellte nun aber alles in den Schatten, was man eurythmisch-symphonisch bisher gesehen hat. Hier wird zu einer Musik, die ebenfalls bisher Ungehörtes präsentiert, insbesondere durch perkussive Klänge und das Vibraphon getragen, eine Choreographie entfaltet, die einen von der ersten Sekunde an fesselt und ab einem bestimmten Zeitpunkt tatsächlich in eine andere Dimension mitnimmt. Man wird von dem Eindruck überwältigt, dass das, was sich da unter den 40 Eurythmisten auf der Bühne, die um eine die ganze Höhe der Bühne einnehmende schleierartige Säule herum aufgebaut ist, abspielt nicht in diesem Leben, sondern im Leben nach dem Tod sich vollzieht. Da bewegt sich eine die ganze Bühne einnehmende Achse um das Zentrum der verschleierten Säule, da brechen unwillkürlich helle und dunkle Eruptionen über das Geschehen herein, da bewegen sich mächtige solistische Gesten durch den Raum, das Ganze wie aus einer noch höheren Dimension heraus dirigierend, da bedrängen gewaltige Erschütterungen die zusammengekauerten Gestalten. Worte reichen kaum aus, das alles zu beschreiben, was sich da in 40 Minuten auf der Bühne vollzieht.
Man ist hinterher tief berührt und bewegt, wie selten von einem Kunstwerk, weil man den Eindruck hatte: „Du durftest hier teilnehmen an etwas, was sich auch nach Deinem Tod in der geistigen Welt mit Dir und Deinen Mitmenschen vollziehen wird, verarbeitend ein vergangenes Erdenschicksal und vorbereitend ein zukünftiges.“ In diese Dimension ist eine symphonisch-eurythmische Komposition bisher noch nie vorgedrungen. Das Eurythmieensemble unter der hoch inspirierten Choreographie von Carina Schmid und Benedikt Zweifel und dem auch hier hervorragend agierenden Orchester hat uns einen Abend geschenkt, den man nicht mehr vergessen wird und der der Eurythmie eine Sternstunde und den Durchbruch in eine neue künstlerische Dimension geschenkt hat!
Andreas Neider





