Sofia Gubaidulina
Am 24. Oktober 1931 wurde Sofia Gubaidulina in Tschistopol geboren. Im Alter von 23 Jahren schloss sie ihre Ausbildung am Konservatorium in den Fächern Klavier und Komposition in Kasan ab. Sie vervollständigte ihre Studien in Komposition am Moskauer Konservatorium bis zum Jahre 1963.
Seitdem ist Gubaidulina als freischaffende Komponistin tätig und zählt neben Schnittke, Denissow und Silwestrow zu den führenden Vertretern der „Neuen Musik“ in Russland. So gelangten ihre Werke mit Beginn der achtziger Jahre – insbesondere dank des tatkräftigen Einsatzes von Gidon Kremer – rasch in die westlichen Konzertprogramme. Dies bekunden die vielen Aufträge namhafter Institutionen (darunter BBC, Berliner Festwochen, Library of Congress, NHK, The New York Philharmonic) sowie die stattliche Zahl der CD-Einspielungen.
Sofia Gubaidulina, die seit 1992 in der Nähe von Hamburg lebt, ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste in Hamburg sowie der Königlichen Musikakademie Stockholm. Im Jahre 1999 wurde sie in den Orden “Pour le mérite” aufgenommen.
“Als Ideal betrachte ich ein solches Verhältnis zur Tradition und zu neuen Kompositionsmitteln, bei dem der Künstler alle Mittel – sowohl neue als auch traditionelle – beherrscht, aber so, als schenke er weder den einen noch den anderen Beachtung. Es gibt Komponisten, die ihre Werke sehr bewusst bauen, ich zähle mich dagegen zu denen, die ihre Werke eher ‘züchten’. Und darum bildet die gesamte von mir aufgenommene Welt gleichsam die Wurzeln eines Baumes und das daraus gewachsene Werk seine Zweige und Blätter. Man kann sie zwar als neu bezeichnen, aber es sind eben dennoch Blätter, und unter diesem Gesichtspunkt sind sie immer traditionell, alt.
Den größten Einfluss auf meine Arbeit hatten Dmitri Schostakowitsch und Anton Webern. Obwohl dieser Einfluss in meiner Musik scheinbar keine Spuren hinterlassen hat, ist es doch so, dass mich diese beiden Komponisten das Wichtigste gelehrt haben: ich selbst zu sein.”
(Sofia Gubaidulina)


