Heinrich Schütz
Heinrich Schütz wurde am 9.10. 1585 in Köstritz/Thüringen als Sohn wohlhabender Eltern geboren. Mit 13 Jahren kam Schütz als Kapellknabe an das Collegium Maritianum nach Kassel, eine Einrichtung, die vom Landgrafen Moritz von Hessen ins Leben gerufen wurde. Dieser ermöglichte ihm im Jahre 1609 ein Musikstudium in Venedig bei Gabrieli, den Schütz zeit seines Lebens als seinen Lehrer verehrte. Vier Jahre später (1615) kehrte er nach Deutschland zurück und wirkte zunächst als Hoforganist in Kassel.
Es war der Kurfürst Johann Georg I von Sachsen, der veranlasste, dass Schütz als Hofkapellmeister nach Dresden kam. Nur widerwillig folgte er dieser Berufung und immer wieder sollte es zu Spannungen mit seinem Brotherren kommen.
Im Jahre 1619 heiratete Schütz Magdalena Wildeck und damit begann für ihn eine äußerst schöpferische Zeit, aus der unter anderem die Psalmen Davids op. 2 stammen, sowie das Magnificat und die Cantiones saccrae op. 4.
Der Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1618) und der frühe Tod seiner Frau (1625) und nicht zuletzt das mangelnde Interesse des Kurfürsten gingen an ihm nicht spurlos vorüber. So kam es, dass er zwischendurch verschiedene Stellungen an deutschen Höfen übernahm und sogar einige Zeit in Kopenhagen tätig war. In dieser Zeit liegt auch die Entstehung des Werkes Die sieben Worte Jesu am Kreuz (~ 1645).
Nach Beendigung des Krieges befasste er sich intensiv mit dem Wiederaufbau des Musiklebens in Dresden, aber erst nach dem Tode des Kurfürsten konnte er sich uneingeschränkt entfalten.
In seinen Alterswerken erreichte Schützens Kunst höchste Meisterschaft, er vollendete seine gewaltigen Passionen und als Krönung seines Lebenswerkes darf wohl das achtstimmige Deutsche Magnificat (1671) bezeichnet werden.
Schütz starb im Alter von 87 Jahren am 6.11.1672 in Dresden.


