Faust in seiner Ganzheit
„Faust“, das zeitlose Theaterwerk von J. W. von Goethe, gehört bis heute zum Repertoire der Goetheanum-Bühne. Im Jahr 1937 reiste das Ensemble mit „Faust I“ als offiziellem Beitrag der Schweiz zur 19. Weltausstellung nach Paris. Seitdem dieser Klassiker der Weltliteratur in Dornach erstmals 1938 in beiden Teilen aufgeführt wurde, kommt er in periodischen Abständen ungekürzt und textgetreu auf die Bühne.
Auf der Grundlage der Inszenierung von Marie Steiner kam es 2004 zu einer völligen Neuinszenierung unter der Regie von Wilfried Hammacher. Faust am Goetheanum 2004 zeigte Gesamtaufführungen im Rahmen von Sommerfestspielen, wie sie schon in der Vergangenheit stattgefunden hatten. In Ergänzung zu diesen, bei denen sich Faust vorwiegend an anthroposophische Kreise richtete, wurde mit der Neuinszenierung auch die Absicht verfolgt, an eine breitere Öffentlichkeit zu treten. Mit der Unterstützung der öffentlichen Hand sowie der offenen Hand von Gönnern, Stiftungen und Sponsoren aus der Privatwirtschaft wurden zusätzliche Wochenendangebote von Faust-Gesamtaufführungen (21 Stunden Spielzeit) sowie von Faust I und Faust II (7 bzw. 14 Stunden Spielzeit) geschaffen.
Über 11'000 Besucher, darunter 1'500 Schüler und Jugendliche, haben Faust am Goetheanum 2004 gesehen und sich auf unterschiedlichste Weise mit diesem Klassiker der deutschen Literatur auseinander gesetzt. Knapp ein Viertel der Besucher hatten zum ersten Mal einer Veranstaltung der Goetheanum-Bühne beigewohnt. Sie haben wesentlich dazu beigetragen, den angestrebten Öffnungsprozess in Gang zu setzen und dass der Faust-Neuinszenierung ein Erfolg beschieden wurde.
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